Stadt - Landesherr (1306 - 1488)

Zünfte

 

obere Reihe :Schmiedeamt / Schusteramt / Krämeramt / Bäckeramt / Lohgerberamt /
untere Reihe:Schneideramt / Riemenschneideramt / Kürschneramt / Knochenhaueramt / Schildearmt /
Die Zunft der Weißgerber ist hier nicht aufgeführt. Dies Bild stammt von G. Horstmann.

 

 

 

1306
In diesem Jahre vereinigten sich die sog. Neustadt, welche um das Stift St. Johann, die Neue Mühle (1253) und den Martinshof entstanden war, mit der Altstadt, der um dem Dom befindlichen Siedlung. Hierbei behielt die Neustadt ihre Verwaltung durch einen Richter und vier Schöffen. Beide Stadteile umgaben sich sodann mit einer gemeinsamen Festungsanlage.

 

 

1308
In der zweiten Schlacht auf dem Haler Feld gegen den Grafen Engelbert v.d. Mark stirbt Bischof Ludwig von Ravensberg, dennoch können die Osnabrücker die Schlacht für sich entscheiden.

 

 

1318
Erstmalig wird das Stadtoberhaupt Osnabrücks als "magister civium", als Bürgermeister bezeichnet.

 

 

1338
Kaiser Ludwig der Bayer bestätigt die Privilegien der Stadt Osnabrück und festigt somit deren Gerichtshoheit.

 

 

1348
Alt- und Neustadt geben sich eine gemeinsame Verfassung die sog. Sate, Satzung. Infolgedessen wird in der Neustadt, in der Nähe von St. Johann, ein eigenes Rathaus errichtet.

 

 

1350
Der Schwarze Tod, die Pest geht um in Osnabrück. Die Überlieferung sagt in der ganzen Stadt seien nur 7 Ehen nicht durch den Tod zerrissen worden. Ganz Deutschland und Europa wurde in diesen Jahren von der Pest heimgesucht. Unzählige Menschen starben. In dieser Zeit wurde in es in Osnabrück auch verboten die Häuser mit Stroh zu decken, dies hängt vermutlich mit der erhöhten Brandgefahr zusammen, nicht zuletzt verursacht durch die notwendigen Leichenverbrennungen.

 

 

1363
Die Osnabrücker Stiftsmannschaft und Bürger der Stadt verlieren die Schlacht am Holzhäuser Bach unterm Limberg, in der Nähe von Lübbecke gegen den Bischof von Minden. Durch die notwendigen Lösegeldzahlungen für gefangene Osnabrücker Bürger wird die finanzielle Leistungskraft der Stadt auf Jahre hin beeinträchtigt.

 

 

1394
Durch eine Feuersbrunst wurden weite Teile der Osnabrücker Altstadt zerstört. In Folge dessen setzte ein Hexenverfolgung ein, die mit der Verbrennung von 103 angeblichen Hexen endete.

 

 

1409
Durch Zahlung einer Pfandsumme gelangte die Stadt in den Besitz der zweiten Hälfte des Osnabrücker Burggerichtes. Da der Bischof nicht Willens, oder in der Lage war, dieses Recht wieder einzulösen verwaltete sich die Stadt von nun an selber.

 

 

1415/1422
Kaiser Sigismund (1411-1437) erläßt Einladungen an die Stadt Osnabrück als freie Stadt an den Reichstagen teilzunehmen.

 

 

1424
Die Stadt wird mit dem Interdikt (kirchlicher Bannspruch) belegt. Grund war die Wahl eines der Stadt unangenehmen Bischofs durch das Domkapitel. Die Bürger hatten nach Bekanntwerden der Entscheidung des Domkapitels dieses kurzerhand im Dom eingeschlossen.

 

 

1430
Ein großer Teil der Osnabrücker Handwerkerschaft organisiert sich in der sog Rampendahlgesellschaft um gegen die Dominanz der Kaufleute im Rat der Stadt zu protestieren. Nach ursprünglichen Zugeständnissen werden die Anführer dieses Aufstandes hingerichtet und der Rat kann seine bisherige Stellung behaupten.

 

 

1424-1455
Im Verlauf der ca. 30ig jährigen Fehde zwischen der Stadt Osnabrück und dem Grafen von Hoya wird 1441 der Graf Johann von Hoya durch Osnabrücker Bürger gefangengenommen. Für die Dauer von sechs Jahren wird er in einem Eichenkasten, dem sog. Johanneskasten inhaftiert. 1447 wird über Osnabrück, das zeitweilig von Bischof Johannes III., Graf zu Diepholz, unterstützt wurde, die Reichsacht verhängt und der Graf Johann von Hoya aus seiner Haft entlassen. Der Johanneskasten ist noch heute in einem altem Wehrturm, dem Bucksturm, zu besichtigen.

 

 

1450
Wegen der o.g. Fehde und den damit verbundenen Gefahren kann keine Osnabrücker Delegation den Lübecker Hansetag besuchen. Aus diesem Grunde wird die Stadt auf zehn Jahre verhanst, d. h. aus der Hanse ausgeschlossen.

 

 

1452
Dem junge Ertwin Ertmann gelang es, als Vertreter der Stadt Osnabrück, beim Hansevorort Köln (der wichtigsten Hansestadt im westf. Kreis) die Aufhebung der Verhansung zu erreichen. Auffällig ist hierbei die Bedeutung, die die Stadt den gegen sie erlassenen Strafmaßnahmen zumaß. Während man umgehend versuchte die Verhansung zu lösen bestand die Reichsacht fort.

 

 

1470
Erneut war es Ertwin Ertmann, inzwischen nicht mehr so jung, dem es gelang, gegen Zahlung einer geringen Summe, dem kaiserlichen Abgesandten dazu zu veranlassen die Reichsacht gegen die Stadt aufzuheben.

 

 

1477-1505
Ertwin Ertmann, der auch eine Osnabrücker Bischofschronik verfaßte, war während dieser Zeit sowohl Osnabrücker Bürgermeister wie auch Bischöflicher Rat. Während seiner Zeit wird mit dem Bau des jetzigen Rathauses, welches 1512 fertiggestellt wurde, begonnen.

 

 

1488
Unter Leitung des Schneidermeisters Lenethun werden die Forderungen der Rampendahlsgesellschaft von 1430 wieder aufgegriffen. Hinzu kommt die Forderung nach Aufhebung von Privilegien, insbesondere des Rates und der Geistlichkeit. Eine Reihe von Plünderungen ist die Folge.

 

 

1490
Am 25.05.1490 wird Lenethun von Stadtsoldaten ergriffen und noch am selben Tage auf dem Markt enthauptet.