Einteilung bis 1885

Generelles

Die folgenden Angaben sind dem Band 21 der Osnabrücker Mitteilungen S. 40 -97 entnommen. In tabellarischer Form soll die Zugehörigkeit jedes Kirchspieles im Fürstbistum Osnabrück aufgezeigt werden. In der Einteilung der Verwaltungsstrukturen gab es verschiedene starke Einschnitte Sie seien zunächst kurz dargestellt.

 

- 1807
Die längste Zeit überdauerte die Verwaltungseinteilung, welche sich im Laufe der Jahrhundete, quasi gewachsen, entwickelt hat. Im Zentrum dieser Verwaltungsstruktur standen die nach und nach zur Sicherung der bischöflichen Landeshoheit errichteten Burgen zu Iburg, Gröneberg, Wittlage, Hunteburg, Fürstenau, und Reckenberg. Sie waren die Zentren und die Namensgeber der 7 Osnabrücker Ämter.

 

Diese 7 Ämter waren wiederum in Vogteien unterteilt, die Anzahl der Vogteien eines Amtes variierte stark. Das kleinste Amt zählte zwei Vogteien mit 3 Kirchspielen, die größte 13 Vogteien mit 19 Kirchspielen.

Die kleinste Verwaltungseinheit war das Kirchspiel, jedes Kirchspiel bildete in der Regel hierbei eine Vogtei. Nur in äußerst seltenen Fällen wurden entfernt liegende Kirchdörfer einer anderen Vogtei zugerechnet als ihrem eigenem Kirchspiel. Häufiger kam es jedoch vor, daß kleinere Kirchspiele zu einer Vogtei zusammengelegt wurden.

Die am 15.Februar 1556 erlassene Amtsordnug des Bischofs Johann von Hoya schrieb die Einteilung des Fürstbistums Osnabrück in 7 Ämter, 39 Vogteien und 57 Kirchspielen für lange Jahre fest.

Im Oktober 1802 wurde von der Reichsdeputation in Regensburg die Ausführung des Luneviller Friedens mit der Folge der Säkularisation des Hochstiftes Osnabrück und dessen Überweisung an den Kurfürsten von Hannover, König Georg III., König von England beschlossen. Am 04. November 1802 nahm dieser vom Fürstbistum Osnabrück Besitz. Die Verwaltungseinteilung wurde von ihm jedoch nicht angetastet. Ebensowenig wie während der ersten Besetzung des Bistums durch die Armee Napoleons Juni 1803 bis Oktober 1805.

 

1808-1810
Der Erlaß zur Konstitution des Königreiches Westfalen vom 07. Dezember 1807 nannte als eines der Gebiete, aus denen sich dieses Königreich zusammensetzte, das ehemalige Fürstbistum Osnabrück. Der König von Westfalen Jerome, ordnete das Hochstift Osnabrück nun dem 8., dem sog. Weser-Departements, das Arrondissemont, auch Distrikt, Osnabrück, zu. 
Das Gebiet wurde in 20 Kantone unterteilt. Hierfür wurden die bisherigen Vogteien aufgelöst. Die Unterabteilungen bildeten die Communen, welche sich aus den Dörfern und Bauerschaften zusammensetzten. Das Gerichtwesen wurde am 27. Januar 1808 geregelt, am Distrikthauptorte hatte mit einem Präsidenten und 5 Richtern ein Tribunal seinen Sitz.

 

 

1811-1813
Das Dekret vom 10. Dezember 1810 löste diese Verbindung zum Königreich Westfalen und ordnete das ehemalige Hochstift Osnabrück, mit anderen Gebieten dem sog. Hanseatischen Departements zu.
Zur Ausführung gelangte diese Verordnung erst Ende 1811 als zusammen mit Osnabrück, Teilen von Münster, Arenberg-Meppen, Minden, Tecklenburg und Lingen das Departement Ober-Ems gebildet wurde.
Das frühere Gebiet wurde nun in 15 Kantone der Arrondissemonts Osnabrück, Quackenbrück und Lingen eingeteilt, von denen 4 Kantone Gebiete umfassten, die früher außerhalb des Fürstbistums Osnabrück lagen.

 

 

1814 - 1852
Nachdem im Herbst 1813, entsprechend den Vereinbarungen des Wiener Kongresses, das Amt Reckenberg an Preußen mit großen Teilen der Kirchspiele Damme und Vörden an Oldenburg abgetreten wurde, kamen andere neugewonnen Gebietsteile des Herzogtum Arenberg-Meppen, Niedergrafschaft Lingen, Grafschaft Bentheim und die Vogtei Emsbüren zunächst zur Provinzialregierung und ab 1820 wurden sie mit der Landrostei Osnabrück vereinigt. Ausgehend von der früheren Ämtereinteilung wurden die beiden größten Ämter Iburg und Fürstenau geteilt. Aus dem Amt Iburg wurden die Ämter Iburg und Osnabrück, aus dem Amt Fürstenau wurden die Ämter Fürstenau und Bersenbrück. Die beiden kleinsten Ämter Wittlage und Hunteburg wurden zu Wittlage-Hunteburg zusammengelegt.

 

 

1852-1884
Am 01.Oktober 1852 trat eine Neuordnung der Gerichtsverfassung in Kraft. Sie beließ die Ämter Vörden und Fürstenau in ihrer Form, teilte aber alle weiteren Ämter in je zwei Ämter auf. Diese Neuverteilung galt bis zum 27.März 1859, dann wurde Sie zurückgenommen, nur die 1852 geschaffenen 8 Amtsgerichte hatten Bestand. Auch als nach dem Krieg von 1866 das Königreich Hannover an Preußen fiel, blieb diese Einteilung bestehen.

 

 

1885
Am 16.April 1885 trat die letzte, von uns betrachtete Neueinteilung in Kraft. Der Bereich des ehemaligen Hochstiftes Osnabrück, nun Regierungsbezirk Osnabrück wird zu diesem Zeitpunkt in 5 Kreise eingeteilt, welche durch Zusammenlegung der Vogteien entstanden.